Die meisten Bestatter sind hervorragend in dem, wofür sie ausgebildet wurden — Logistik, Familienberatung, Trauerfeier-Choreografie. Drucksachen kommen am Ende der Aufgabenliste. Genau dort lauern fünf Fehler, die wir bei Memory in Grace immer wieder sehen — und die alle vermeidbar sind.
Wir haben in den letzten Monaten mit Bestattern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gesprochen — und gemeinsam ihre Druckwerke der vergangenen Jahre durchgesehen. Es sind nicht die exotischen Probleme, die hier auftauchen. Es sind fünf Standard-Fehler, die in 90 Prozent der Häuser passieren — und die mit erstaunlich kleinen Anpassungen verschwinden.
Word als Druckvorlagen-Programm
Microsoft Word wurde 1983 für Briefe und kurze Dokumente entwickelt. Es war nie gedacht für mehrspaltige Layouts mit Bildern, präziser Typografie und festgelegten Druckmaßen. Trotzdem ist es das mit Abstand häufigste Programm, mit dem Bestatter Trauerprogramme erstellen — meist aus dem einfachen Grund, dass es bereits auf dem Rechner installiert ist.
Das Resultat sehen wir oft: Layouts, die beim Austausch eines Fotos auseinanderbrechen. Schriftgrößen, die irgendwo zwischen 9pt und 14pt schwanken, weil Word automatisch „repariert". Druckdienstleister, die sich beschweren, weil das Word-Dokument keine Beschnittzugabe hat und die Schriften nicht eingebettet sind.
Familienfotos aus WhatsApp übernehmen
Die Familie schickt das Foto des Verstorbenen — meist über WhatsApp, weil das am schnellsten geht. Was sie dort senden, ist eine komprimierte Version. WhatsApp schrumpft Bilder standardmäßig auf etwa 1080 × 1080 Pixel und drückt sie auf 80–150 KB Dateigröße herunter. Was am Smartphone-Display gut aussieht, ist im gedruckten Trauerprogramm pixelig oder schwammig.
Druck verlangt 300 dpi (dots per inch). Bei einem Foto, das im Programm 8 cm hoch ausgegeben wird, sind das mindestens 945 Pixel Höhe — bei 16 cm dann 1890 Pixel. Das WhatsApp-Foto reicht für einen kleinen Heiligenbild-Einsatz von 4 × 6 cm — mehr nicht.
RGB-Farben statt CMYK exportieren
Bildschirme arbeiten mit RGB (Rot-Grün-Blau, additive Farbmischung). Drucker arbeiten mit CMYK (Cyan-Magenta-Gelb-Schwarz, subtraktive Farbmischung). Die beiden Farbräume überlappen, sind aber nicht deckungsgleich — vor allem bei satten, leuchtenden Farben.
Was am Bildschirm in lebendigem Aubergine erstrahlt, kann im Druck als matschiges Braun ankommen. Tiefes Schwarz wird oft mit hellem Untergrund gedruckt, wenn nicht explizit ein Schwarz-Wert gesetzt ist. Familien sehen ihr Trauerprogramm und denken: „Das hatte ich anders erwartet."
Eine schlechte Drucksache kostet nichts auf der Rechnung, aber alles im Renommee. Familien, die bei Ihnen waren, erinnern sich nicht an Ihren Logistikplan — sie erinnern sich an das Programm, das in ihrer Hand lag.
Schrift zu klein für die Trauergäste
Trauerfeiern bringen ein Publikum mit klarem Altersschwerpunkt: 60 plus. Augen, die seit zwei Jahrzehnten Lesebrillen brauchen. Lichtverhältnisse in der Kapelle oder am Grab oft schummrig. Wer in dieser Situation 8pt-Schrift im Trauerprogramm abdruckt, sorgt dafür, dass die Hälfte der Anwesenden gar nicht erst mitliest.
Wir sehen es regelmäßig: Trauerprogramme, die im Designer-Layout am Bildschirm elegant wirkten, im Druck aber unleserlich werden — weil weder Schriftgröße noch Kontrast für die Zielgruppe stimmen. Ein häufig übersehenes Detail: helles Grau auf cremefarbenem Hintergrund mag minimalistisch aussehen, ist aber bei Kerzenschein oder grauem Tageslicht kaum zu entziffern.
Familien-Korrekturen erst nach dem Druck
Der teuerste der fünf Fehler — und der am häufigsten vorkommende. Programme werden gestaltet, gedruckt, geliefert. Die Familie sieht sie zum ersten Mal am Tag der Trauerfeier (oder einen Tag vorher) — und merkt: das Geburtsdatum stimmt nicht, der Trauerredner ist nicht namentlich erwähnt, das Foto zeigt nicht das Lieblings- sondern ein älteres Foto.
Dann wird neu gedruckt. Express-Aufpreis 80 Euro, Lieferdatum knapp, Stress steigt. Oder: das fehlerhafte Programm wird ausgegeben, und niemand spricht darüber — aber die Familie erinnert sich für immer an das falsche Geburtsdatum auf der Trauerfeier-Drucksache.
Was diese fünf Fehler gemeinsam haben
Wenn Sie jetzt die Liste durchgehen, fällt eines auf: Keiner der Fehler ist spektakulär. Keiner verlangt grafisches Talent oder Software-Expertise. Es sind Workflow-Fehler — Dinge, die mit kleinen Anpassungen am Prozess verschwinden.
Genau das macht sie so teuer. Sie schleichen sich ein, weil niemand explizit hinschaut. Wer einen klaren Workflow hat — Foto-Standards, Vorlagen-Bibliothek, Vorschau-Routine — macht keinen dieser Fehler. Wer ad hoc agiert, macht meist alle fünf.
Was passiert, wenn der Workflow stimmt?
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Zur Live-Vorschau →Was wir aus den Gesprächen mit Bestattern gelernt haben
Eine Beobachtung, die uns überrascht hat: Bestatter, die diese fünf Fehler vermeiden, sprechen über ihre Drucksachen anders. Nicht als notwendige Pflicht, sondern als Teil ihrer Dienstleistung — ein eigener Stolz. Und Familien spüren das.
Eine Bestatterin aus Salzburg hat es uns so beschrieben: „Seit wir mit ordentlichen Vorlagen arbeiten, kommen Familien Wochen später zurück und sagen, das Programm hängt bei ihnen am Kühlschrank. Vorher hat das niemand gesagt." Das ist der Unterschied zwischen einer Drucksache, die weggeworfen wird, und einer, die zum Andenken wird.
Drei einfache Schritte, mit denen Sie heute starten
- Foto-Standard schriftlich: Erstellen Sie eine kleine Anweisung für Ihre Mitarbeiter, was beim Erstgespräch zur Foto-Frage gefragt werden muss. Bringt sofort 80 Prozent der Foto-Probleme weg.
- Vorab-Review per E-Mail: Jeder Druckauftrag bekommt eine Vorab-PDF an die Familie mit den drei Standardfragen. Etabliert in zwei Wochen, schlägt nie wieder fehl.
- Eine Template-Bibliothek statt Word: Egal welche — es muss nicht Memory in Grace sein. Aber etwas, das auf Trauerdrucksachen ausgelegt ist. Word ist nicht mehr verzeihlich.
Die Liste der fünf Fehler ist nicht abschließend. Es gibt mehr — vom falschen Papierformat über schlechte Foto-Beschneidung bis zur fehlenden Bindung. Aber wenn Sie diese fünf vermeiden, sind Sie bereits besser als 90 Prozent der Bestatter im deutschsprachigen Raum.
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